Samstag, 25.11.2017 04:42 Uhr

Tourismusobjekt Bleßberg mit neuer Straße

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Eisfeld/Saargrund, 09.08.2017, 12:00 Uhr
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Eisfeld/Saargrund [ENA] Treffpunkt für Besucher aus nah und fern war am 6. August 2017 der 867 Meter hohe Bleßberg an der Kreisgrenze zwischen Hildburghausen und Sonneberg. Hier auf dem Plateau betreibt der Thüringerwald-Verein Saargrund sein Wanderheim. Gleich drei Ereignisse gab es für die Wanderfreunde des Vereins zu feiern. Das betraf die Eröffnung der neuen Zuwegung zum Bleßberg .......

sowie das mittlerweile 27. Bleßbergfest und schließlich das 20-jährige Jubiläum der Errichtung des neuen Aussichtsturmes. Am Vormittag wurde in Anwesenheit des Vereinsvorsitzenden des Thüringerwald-Vereins Saargrund Ludwig Wächter, den Landräten Christine Zitzmann für Sonneberg und Thomas Müller für Hildburghausen, dem Landtagsabgeordneten Henry Worm, dem Eisfelder Bürgermeister Sven Gregor und dem stellvertretenden Sachsenbrunner Bürgermeister Benno Gottfried sowie dem 1. Vorsitzenden des Thüringerwald-Vereins 1880 e.V. Rolf Hesse und dem Siegmundsburger Revierleiter Eckhard Dragoschy vom Forstamt Neuhaus die neue Straße, ausgehend von der B 281 bis zum Bleßberg-Plateau, seiner Bestimmung übergeben.

Die Freude über dieses Ereignis war allen anzusehen, wurde doch jahrelang für die Sanierung der Bleßberg-Zuwegung gekämpft. Großen Verdienst dafür hat der Vorsitzende des Thüringerwald-Vereins Saargrund Ludwig Wächter, dessen große Beharrlichkeit zum Ziel führte. Und so galten vor allem ihm in diesen Minuten der offiziellen Straßenfreigabe das Lob und die Anerkennung der Gäste. Ludwig Wächter umriss in seiner Begrüßungsrede die Geschichte des Bleßberges mit seinem Aussichtsturm. Für ihn und seinen Wanderverein ist es eine „besondere Ehre“, dass vor zwanzig Jahren ein neuer Aussichtsturm auf dem 867 Meter hohen Berg errichtet wurde und im Juni 1997 seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Der alte Bleßberg-Turm war im Jahr 1972 verschwunden, fiel er doch der damaligen DDR-Aktion „Max braucht Stahl“ zum Opfer. Die Multicar-Fuhren zur Ausbesserung der 1962 bis 1963 gebauten Bleßberg-Straße – sie kann er gar nicht mehr zählen, der Ludwig Wächter. Die Straße konnte durch den Saargrunder Verein immer nur behelfsmäßig ausgebessert werden „und es hatte nicht lange gedauert, waren die Löcher schon wieder da“. Auch wenn viele Menschen gegen die 380 kV-Leitung seien, die in den letzten Jahren gebaut wurde, für ihn und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter hat sie etwas Gutes gebracht, so Wächter. Ohne das Unternehmen 50hertz wäre dieses Unterfangen nicht möglich gewesen.

Zuwegung zum Bleßberg sichert Wanderheim und Aussichtsturm

Damit ist die Voraussetzung gegeben, dass der Tourismus auch hier angekurbelt werden kann. „Hoffentlich hält sie auch recht lange.“ Sonnebergs Landrätin Christine Zitzmann sieht den Neubau der Straße zum Bleßberg als Ludwig Wächters Lebenswerk. Ihr Dank galt deshalb insbesondere dem Vereinsvorsitzenden und natürlich seinem gesamten Team. „Du kannst stolz sein, ohne dich wäre das alles hier nicht möglich gewesen.“ Damit sei auch die Grundlage geschaffen, dass noch mehr Besucher aus Nah und Fern das Bleßberg-Plateau mit seinem Aussichtsturm und dem Wanderheim erreichen. „Wir sind dafür die Multiplikatoren“, so Zitzmann.

Hildburghausens Landrat Thomas Müller erinnert sich, dass er mit dem Fahrrad – so wie auch an diesem Tag – oft oben auf dem Bleßberg war. „Du hast mir viel in den Ohren gelegen und nie locker gelassen und auch oft versucht, die Löcher in der Straße zu stopfen.“ In der Straße sieht Landrat Müller einen Garanten für das Objekt und die Menschen, welche die schöne Natur erleben wollen. Der Landtagsabgeordnete Henry Worm sieht das Projekt Straße als Ausgleichsmaßnahme für die 380 kV-Leitung, die Südwest-Kuppelleitung. „Wir wissen um die Diskussionen. In vielen Verhandlungen haben wir zusammen mit den Landratsämtern, dem Eisfelder Bürgermeister und dem Unternehmen 50hertz die Grundlagen“ für den heutigen Tag gelegt.

Deshalb geht Worms Dank „an alle, die sich im Hintergrund dafür stark gemacht haben.“ Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor war sich anfangs nicht sicher, wie das Straßenproblem gelöst werden könne. „Die Straße ist das A&0 für den Bleßberg.“ Da der Forst keine Möglichkeit einer solchen Straßensanierung hat und auch die Stadt Eisfeld nicht über die finanziellen Ressourcen verfügt (Wanderheim und Aussichtsturm liegen mit auf der Gemarkung Eisfeld) ist man nun froh, dass das Projekt auf diese Art und Weise gekommen ist und das Wanderheim, das rund viereinhalb Straßen-Kilometer vom Abzweig der B 281 aus entfernt ist, auf lange Zeit gesichert ist.

„Ohne deine Briefe an Pontius und Pilatus“, an Ludwig Wächter gerichtet, „wäre die Straße nicht möglich gewesen.“ Sven Gregor erinnert sich auch, dass vor drei Jahren eine neue Wasserleitung zum Wanderheim auf den Bleßberg gelegt wurde und damit bestes Trinkwasser geboten werden kann. In diesem Jahr sollen auch die Arbeiten für das Dach des Wanderheims in Angriff genommen werden. Für die Stadt Eisfeld, so Gregor, sei der Bleßberg ein Tourismusstandort. Alle Gäste der Straßenfreigabe waren sich an diesem Vormittag einig, dass die Region vom Tourismus lebt und mit der neuen Zuwegung zum Plateau eine weitere Voraussetzung dafür geschaffen wurde. Nicht nur für Thüringer, auch für Bayern wird das Areal als touristisches Highlight gesehen.

Ein buntes 27. Bleßbergfest

Eines der ersten Fahrzeuge nach der Straßeneröffnung war ein Pendelbus, der Besucher des Bleßbergfestes auf das Areal um Aussichtsturm und Wanderheim brachte. Der Gottesdienst am Gipfelkreuz, der an diesem Tag dazu gehört, wurde vom Eisfelder Pfarrer Bernd Kaiser gehalten und vom Posaunenchor der Sachsenbrunner Kirchgemeinde mit gestaltet. Ein musikalischer Frühschoppen mit DJ Sandro schloss sich an, bevor am Nachmittag die Ansbachtaler aus Waldau bei den Besuchern für Stimmung sorgten. Um das leibliche Wohl kümmerten sich die Vereinsmitglieder.

Zusammen mit Freunden des Vereins, so Ludwig Wächter, wurden ca. 65 Kuchen gebacken. Vom Grill gab es Rostbratwürste, die nochmals nachgeordert werden mussten, und Rostbrätel. Auch Fischbrötchen waren im Angebot und an zwei Ständen wurde bei sonnigem Wetter für die durstigen Kehlen gesorgt. Zur Mittagszeit waren Soljanka, Linsensuppe und Erbsensuppe im Angebot und alles ging weg, so Wächter. Die Besteigung des Aussichtsturms war im Eintritt an diesem Tag inbegriffen und wurde bei der guten Sicht ausgiebig genutzt.

Für die kleinen Besucher des Festes war mit der Hüpfburg für Abwechslung gesorgt und auch der bunt geschmückte Trabant von Ernst Langert aus Hellingen, der mit seiner Weihnachts- und Osterscheune weithin bekannt ist, sorgte nicht nur bei den Kids für Staunen. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eisfeld waren vor Ort, damit nur berechtigte Fahrzeuge an diesem Tag den Weg zum Fest nehmen konnten. Für den Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann ist mit den vielen Einzelmaßnahmen der Bleßberg immer weiter strukturell erschlossen worden. Im kommenden Jahr gilt es, so Hauptmann und auch Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor in ihren Begrüßungsreden, dem neuen Aussichtsturm einen frischen Außenanstrich zu geben und eine Webcam darauf zu installieren.

Für ihn sind der Bürgermeister Sven Gregor und seine Vorgänger Menschen, die für ihre Heimat kämpfen und da gibt es Vereine, die sich dabei einbringen. Jedes Jahr würde hier das Bleßbergfest mit „Professionalität“ bei einer guten Versorgung und Musik für Jung und Alt durchgeführt und mit dem Verein eine stets verbesserte Infrastruktur bereitgestellt. Sven Gregor verwies auch nochmals darauf, dass in diesem Jahr das Dach des Wanderheims erneuert werden soll und auch im Inneren noch „kleinere Sachen“ zu erledigen seien. „Dieser touristische Punkt muss erhalten bleiben“, ist er sich sicher. Er und Mark Hauptmann dankten dem Verein für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren.

Thüringerwald-Verein Saargrund e.V.

85 Mitglieder zählt der Thüringerwald-Verein Saargrund. Am Sonnabend vorher wurde alles für das Bleßbergfest aufgebaut. „Es ist ja das 27. Fest“, so Ludwig Wächter, „und da ist ja mittlerweile alles in Fleisch und Blut übergegangen“, lächelt er. Mit seinen 75 Jahren ist er nach wie vor mit Herzblut dabei und voller Tatendrang. „Chef“ des Wandervereins ist er bereits seit dessen Gründung. Ihn ärgert es, das hört man aus seinen Worten heraus, das aus einem weiteren möglichen Tourismusmagneten der Region nichts geworden ist. Gemeint ist eine Erschließung der Bleßberg-Höhle, die dem Ansehen der Region einen großen Auftrieb hätte verleihen können. Seine Gedanken schweifen aber auch immer wieder zurück.

So wurde im Jahr 1990 der Saargrunder Wanderverein gegründet. Im Dezember 1995 ging das Bleßberg-Areal für 48.000 D-Mark an die Stadt Eisfeld und nach einer siebenjährigen Planungs- und Bauzeit konnte der Bleßberg-Turm im Jahr 1997 eingeweiht werden. Für Ludwig Wächter war das 27. Bleßbergfest mit dem 20-jährigen Jubiläum des neuen Aussichtsturmes ein sehr gut besuchtes Fest. Das sommerliche Wetter war dabei beste Unterstützung. Die Bierzeltgarnituren auf dem Plateau waren zeitweise bis auf den letzten Platz gefüllt – es war insgesamt ein ständiges Kommen und Gehen. Wer nicht den Buspendelverkehr nutzte, erwanderte den Bleß oder erfuhr in mit dem Fahrrad bzw. Mountain-Bike.

Die beiden Parkplätze an der B 281 reichten bei weitem an diesem Tag nicht aus, so dass sich die vielen Fahrzeuge entlang der Bundesstraße geeignete Plätz suchen mussten. Die Nummernschilder der Autos zeugen vom weiten Bekanntheitsgrad des Bleßberges in Thüringen und Bayern. Ein Beweis dafür, dass der Bleßberg mit seinen Angeboten ein Highlight für viele Wanderer und Besucher ist.

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